Fichten im Garten müssen nicht sein

Die gewöhnliche Fichte oder Rottanne (Picea abies) ist von ihrem natürlichen Standort her ein Baum der mittleren und höheren Bergregionen. Auf den armen Bergböden können die Fichten die spärlich vorhandenen Nährstoffe und Wasser mit ihren weit- reichenden, flachen Wurzeln gut ausnutzen. Im Bergmischwald trägt die Fichte somit ihren Teil zur Verhinderung von Erosionen bei.


Aber: dieser an das Überleben in Höhenlagen angepaßte Baum erweist sich im Flachland als ökologisch fatal. Da Fichten schnellwüchsig sind, wurden sie in den letzten 120 Jahren quasi - industriell als Monokulturen angepflanzt. Durch die herabfallenden Nadeln versauert der Waldboden. Zusammen mit der dichten Beschattung der Kronen wird so jeder Unterwuchs unterdrückt, die örtliche Pflanzenwelt und dadurch auch die Tierwelt verarmen immer mehr.

Mittlerweile hat bei den Waldbesitzern ein Umdenken begonnen. Nicht zuletzt durch die Windbruchanfälligkeit der Fichten - "Bretterplantagen" werden mehr und mehr Waldparzellen als Laubmischwald wieder aufgeforstet.

Dagegen pflanzen viele Gartenbesitzer immer noch niedliche kleine Weihnachtsbäume als Hecke oder auch als Einzelbäume in ihre Hausgärten.

Nach zehn bis fünfzehn Jahren ist man dann enttäuscht, wenn der ganze Garten verschattet ist und im Wurzelraum der Fichte nichts mehr wachsen will. Kein Wunder, ist die Fichte doch von ihrem Ursprung her darauf angewiesen, alle verfügbaren Nährstoffe und alles Wasser an sich zu ziehen und nichts übrig zu lassen.
Im Hausgarten hilft hier nur rausschlagen und neu anlegen !



In diesem kleinen Vorgarten sind die Fichten mittlerweile so hoch geworden, daß man sie bis auf eine "geköpft" hat.

Für andere, im Garten gern verwendete Nadelgehölze, wie die serbische Fichte (Picea omorika), die Kiefer (Pinus sylvestris), die Weißtanne (Abies alba), die Hemlockstanne (Tsuga canadensis), die Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana), der Lebensbaum (Thuja occidentalis)...
gilt im Prinzip dasselbe. Zwar laugen sie nicht alle den Boden so stark aus, erschweren anderen Pflanzen aber ebenfalls das Wachstum durch Verschattung und Versauerung. Man sollte sie daher allenfalls einzeln und als kleinbleibende Zuchtformen pflanzen.

Neu auf der Hitliste von "Immergrün und vermeintlich Pflegeleicht" ist seit einigen Jahren ein Laubgehölz; der breitblättrige Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus "Rotundifolia").

Dieser Strauch ist sehr schnellwüchsig, was ihn vor allem für Hecken, die schnell blickdicht sein sollen, interessant macht. Leider hört die Pflanze nicht auf zu wachsen, wenn sie die Wunschhöhe und -breite erreicht hat. Um einen regelmäßigen Pflegeschnitt zweimal im Jahr wird man kaum herumkommen.

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